Dichotomy VI

Verarbeitungsprozess von Schweinen in einer amerikanischen Großschlächterei in Cincinnati, Chromolithografie nach einem Original von Henry Farny, 1873

Ribsomen bei der Translation, dem letzten Schritt der Synthese von Proteinen nach dem Transkription der DNA in RNA.

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Auch Dinge sind Frauen

Sind Namen für Erfindungen im Allgemeinen meist männlich? Wie könnte man das überprüfen und warum sollte man das ändern?

Anhand der Titel von 40 Youtube-Videos der ProSieben-Sendung “Das Ding Des Jahres” habe ich eine Zählung durchgeführt.

Obwohl jedem Erfinderteam offen steht, ob sein erfundener Gegenstand ein Femininum, Maskulinum oder Neutrum bekommen soll, bekam die überwiegende Mehrheit einen männlichen Namen. Dies weißt auf das Potential einer allgemeinen Genus-Quote für Benennungen aller Art hin, um die Gleichbehandlung zu fördern.

Einleitung

Wie bin ich auf die Idee gekommen, Erfindungen zu zählen? Die Nachrichten sprachen davon, dass Frauen noch immer weniger Gehalt ausgezahlt wird als Männern. Vielleicht hängt das mit der Leistung zusammen, die während der Gehaltsgespräche mit Frauen assoziiert wird. Wer oder was erbringt denn Leistung?

Mit Maschinen assoziieren wir Leistung. Die Industrialisierung brachte Maschinen hervor, die den Menschen Arbeit abnahmen. Diese Leistung kann nicht mehr von Menschen geleistet werden. Das heißt, viele Maschinen leisten derzeit so viel wie all die Menschen vor ihnen geleistet haben, die wegen ihnen ihren Posten verlassen mussten – oder durften. Denn auch Haushaltsgeräte wie die Waschmaschine, der Staubsauger oder das Bügeleisen sind ebenfalls daran beteiligt. Die SI-Einheit für Leistung und Energie ist übrigens nach zwei männlichen Britten benannt: James Watt (1736 1819) bzw. James Prescott Joule (1818 – 1889). Haben Benennungen wie diese eine Rückwirkung auf unsere Assoziationen mit Leistung?

Der Konstruktivismus geht davon aus, dass Wissen und Assoziationen iterativ, ausgehend vom Fötus bis zum Tod, angereichert wird. Gelegenheit macht Erfahrung, gestärkte Erfahrung macht Wissen. Erfahrungen machen wir bewusst und ohne dass wir es merken. Vieles lernen wir mit Absicht. Wenn wir etwas lernen wollen oder müssen, dann prügeln wir uns Wissen hinein indem wir uns wiederholt in erfahrungsbringende Prüfungssituationen wie das Vokabellernen mit Karteikarten bringen.

Unbewusst sind viele Erfahrungen, die wir machen, weil wir ausweglosen Situationen ausgesetzt werden. Der (gesunde) Fötus im Bauch (einer gesunden Mutter) hat keine andere Wahl, als die Temperatur, den Herzschlag und die Stimme seiner Mutter kennen zu lernen. Gesichtsausdrücke interpretieren wir mittels Assoziationen, die wir gezwungenermaßen erfahren, sobald sich jemand mit uns unterhält. Doch die Bewusstheit ist nur eine Eigenschaft von Assoziationen.

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© Martin Perscheid

Assoziationen sind gerichtet. Wird man also bspw. dazu aufgefordert, ein nachdenkliches Gesicht zu beschreiben, gerät man ins Grübeln und sucht wage nach eindeutigen Beschreibungen. Es ist leichter ein nachdenkliches Gesicht zu erkennen, als es zu beschreiben. Darauf, dass Stirnfalten für Nachdenklichkeit typisch sind, kommt man allenfalls leichter, wenn man schon mal von nachdenklichen Menschen in Romanen gelesen hat; einem also diese Assoziation schon mal fertig aufgetischt wurde. Doch der Zustand des Grübelns ist der Selbe, wie wenn jemand einen Namen für sein Kind sucht, oder einen Produkttitel für seine Erfindung. Was passiert bei diesem Grübeln?

Wer sein Kind benennt, sucht nach positiven Assoziationen, denn negative würden dazu führen, dass das Kind künftig in der Schule gehänselt wird, oder dass Eltern befürchten, ihr Kind schlecht zu behandeln. Namen haben oft eine assoziierte Bedeutung oder es gibt Menschen in der Vergangenheit der Eltern, eine bestimmte Rolle spielten. Oft kommt es zu Entscheidungen aus dem Bauch heraus (unbewusste Assoziationen). Das dafür benötigte Geschlecht wird bei einem Neugeborenen von einem Arzt festgestellt. Bei Erfindungen stellt selbst das Geschlecht eine Herausforderung unbewusster Assoziationen dar.

Die Computer-isierung und Automat-isierung nehmen derzeit zu. Ein Computer stattet den Menschen mit einer spürbaren Macht aus, Zahlen zu beherrschen, Informationen zu verarbeiten, Arbeitsmaschinen zu kontrollieren. Gute Arbeit! (Die künstliche Intelligenz ist allerdings in der Lage Gesichtserkennung zu betreiben und damit Datenschutz zu brechen. Schlechte Leistung!) Folgende Sätze könnten sowohl einen Computerchip, als auch einen menschlichen OP-Arzt betreffen:

Der ist aber schnell! Der kann ja viele Operationen!”

Werden Subjektive (wie üblich aus Sparsamkeit) weggelassen, so dass nur die Artikel übrig bleiben, so wird gänzlich unklar, ob das Subjekt eine Person oder ein Ding ist. Unterscheidet eine Sprache syntaktisch kaum zwischen Menschen und Dingen, können also Objekte personalisiert und umgekehrt Menschen objektiviert werden. Dinge werden personifiziert, sei es zum Ausdruck der Dankbarkeit oder des Verteufelns. Hingegen werden Menschen objektiviert, wenn sie funktionieren sollen oder für sie Verwendungen gesucht werden. Das Geschlecht spielt also bei Dingen sprachlich die selbe Rolle wie bei Menschen, jedoch wird eine Frauenquote nur für erwachsene Menschen “in Führungsetagen” diskutiert. Man könnte zusätzlich eine Quote anstreben, nach der neu entstehende Begriffe den aktuell selteneren Genus² bekommen sollen.

Wieso kommt Herr Kabakyer ausgerechnet auf “der Gerät” für seine innovative Erfindung?

In der deutschen Sprache befinden sich mehr weibliche Genera als männliche.² Jedoch wurden weder die Benutzungshäufigkeit, noch ihre Konnotationen vom Duden statistisch ausgewertet. Substantivierungen (-ung, -keit) verlangen Feminina, sind umständlicher und somit nicht griffig genug für Produkte. Sie kommen jedoch häufig im Duden vor.

© Duden.de

Wann entstehen denn neue Begriffe?

  • in Fachgebieten, die den Meisten verborgen bleiben: Programmieren, Biologie, …
  • bei neuen geistigen Schöpfungen: Romanfiguren, Götter, …
  • bei sämtlichen Benennungen: Marken, Produkte, Projekte^ und Erfindungen

Methode

Aktuell gibt es eine zum Thema Erfindungen eine passende, neue Sendung: “Das Ding des Jahres” auf Prosieben*, von der auf YouTube einige Videos herum liegen. Ich habe kurzerhand alle Descriptions der fast 40 DDDJ-Videos mit jeweils einer Erfindung durchgezählt. Dabei habe ich drei Aspekte gesammelt:

  • das Geschlecht der Teilnehmenden des jeweiligen Erfinderteams
  • das Geschlecht der Erfindung, wenn sie dem Publikum erklärt wird (Bezeichnung)
  • das Geschlecht der Benennung

Ergebnis

Folgendes Diagramm zeigt die Ergebnisse:

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Geschlechterverteilung bei Das Ding Des Jahres (Pro7) (Stand 2017-03-06): Teilnehmeranzahl, Geschlechterverteilung der ErfinderInnen, Genus der Beschreibungen von den Erfindungen und Genus der Benennung der Erfindungen durch die ErfinderInnen (v.l.n.r.)

Es gibt wesentlich mehr männliche als weibliche Erfinder/-innen unter den Teilnehmern (27 Männer, 6 Frauen, 2 Männerpärchen, 1 Männerträrchen, 4 gemischte Pärchen). 22 der Erfindungen bekamen von ihren Erfindern einen maskulinen Genus, 9 einen femininen, 6 einen neutralen. 3 mal war der Genus unklar. In den der Videobeschreibung wurden die Erfindungen mit knappen, allgemein verständlichen Erklärungen versehen. Diese Kurzbeschreibungen hatten in 13 Fällen einen anderen Genus als der Name den Erfinder ihren Schöpfungen gaben: 6 mal wählten die Erfinder abweichend ein Maskulinum, 1 mal ein Femininum sowie 3 mal ein Neutrum. In 4 Fällen wurde aus dem femininen Begriff ein maskuliner, in umgekehrte Richtung aus einem Femininum nur 1 mal ein Maskulinum.³

Diskussion

Obwohl 14 Gegenstände mit femininen Substantiven beschrieben wurden, bekamen nur 9 einen femininen Namen. Bis auf eine Ausnahme stammen alle femininen Benennungen von femininen Beschreibungen.

Offenbar sind Frauen wie Männer gleichermaßen daran beteiligt, den Gegenständen eher männliche Namen zu geben. Es liegt nahe, dass überwiegend Maskulina in den Umlauf kommen, weil Männlichkeit stärker mit Leistung assoziiert wird, als Weiblichkeit.

Die sehr häufige, feminine Endung -ung substantiviert Verben (=Tätigkeitswort, Arbeit). Deshalb treten auch bei den Beschreibungen der Erfindungen in DDDJ so häufig Feminina auf. Aufgrund der zusätzlichen Silbe setzen sich Substantivierungen jedoch nicht als griffige Namen durch.

Ausblick

Meine Zählung zeigt, dass zu wenige Erfindungen ein Femininum erhalten, um Assozitiationen von Frauen zu Leistung zu transportieren. Ein Fakt, den ich als einen Grund für die Diskriminierung von Frauen bei Lohnverhandlungen hergeleitet habe. Um die Ziele der Gleichberechtigung durchzusetzen, sollten mehr (taugliche) Erfindungen feminine Genera² bekommen. Eine Genus-Quote wäre denkbar, denn wenn neue Begriffe nicht-verletzbarer Individuen zugeordnet werden können, so könnte man so ausgleichende Assoziationen aufbauen. ■

Fußnoten

²) Genus ist laut Duden das grammatische Geschlecht. Die Mehrzahl (Plural) davon ist Genera. Es ist mit dem englischen Genre verwandt. Siehe auch die Statistik des Duden.
*) Ich finde, ProSieben ist seit ich meine Teenagerintelligenz überwunden habe, einer der unerträglichsten Fernsehsender.
^) Bauprojekte scheinen vorbildlich zu sein: Der Berliner Flughafen, bzw. der BER. Die Staatsoper Hamburg. — Stuttgart 21 ohne Genus.
³) Vollständige Tabelle: Erfindungsgenus – counts 1.0, Erfindungsgenus – counts 1.1

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Edit: (nochmal) freundlicher geschrieben, ohne Klischees zu wiederholen; Senkey-Diagramm (via http://sankeymatic.com/build/), Navigierbare Fußnoten

A podcast manager for Android

I hope you know about podcasts, because those are the newspaper of audio books. If you never listened to a podcast, please try it now. There are tons of podcasts for any topic you like. I currently cannot stop listening to a total of 53 subscriptions! Some of them release new episodes every day, some weekly, some monthly. Episodes can be few minutes long or hours, and above all really interesting and entertaining! It’s a great way to spend your hands-free time during travels or house hold activities.

If you are into podcasts, you may enjoy AntennaPod as much as I do. It’s much like a highly customized radio. It automatically downloads the newest podcasts to my Android phone PDA when I am in my Wi-Fi at home. This saves huge costly mobile traffic on travels; and you don’t need to worry about actively refreshing the playlist because that job is taken by AntennaPod’s automation.

Spotify also supports podcasts. However, you don’t have as many features:

  • Stop playback and resume at that exact point some time later, e.g. when you felt like listening to music on Spotify between the episodes or because you got interrupted by a nice passenger! On Spotify, I usually fail to return to the correct chapter of the audio book I listened to.
  • Speedup playback by factor 1.3!
  • Manage your subscriptions in one central place (e.g. gpodder.net), AntennaPod will care about the rest.
  • Have a mix of all your subscriptions in one playlist.
  • Quickly skip back 10 seconds to when you missed something.
  • Automatically delete episodes from your phone to keep your storage clean.

You can customize most of those features. For example, you can increase the speedup up to 4 (quadruple speed) or decrease the factor down to 0.5 (slowdown to half). Or if 10 seconds are not enough, you can configure a rewind between 5 and 60 seconds. The coders even thought of your favorite episodes: You can disable that AntennaPod auto-deletes them. If you really need to, you can also stream episodes without download, e.g. when your storage is stuffed with those bloody videos your parents keep sending to you because they are so much fun.

The interface is very intuitive. If you just want to listen to some podcasts you can start right away. If you want to customize more, just go ahead. AntennaPod is open-source, free for download and actively maintained. There’s no other open-sourced podcast manager advanced as much. It’s probably my favorite smartphone app.

Solved: Firefox 57+ demands new Add-ons

There already has been great dispute about why Firefox needs a new extension framework. Well, with version 57 there will be a new one. Many add-ons I am used to will be discontinued. But there is hope for new, better add-ons.

Cookie Autodelete 🔗 deletes cookies as soon as you close those tabs that created them. What is that for? Cookies are used to track your browsing behaviour. Facebook is even able to track you on any site that contains a Facebook share button. I configured this addon to delete them immediately. But you can keep the default configuration of 3 minute delay if you want. That is helpful for example if you don’t want to get logged out of Facebook because you accidentally closed it. Then you can still restore the tab using Ctrl+Shift+T and it remains in the same state.

Decentraleyes. 🔗 Its owner will continue development despite the new framework. Every site has a component for interaction and one for static content such as images, stylesheets, javascripts and even videos. As a site hoster you like to concentrate on content and its interactive generation, but not on all the the static stuff such as styles, images and Javascript. So hosters delegate it to Content Delivery Networks (CDN). Akamai is such a famous CDN. However, CDNs also have their downside from the user perspective. They also record all requests for content as well. They store statistics about who accesses what file and when. On one hand, they need those statistics to work right. On the other, they can sell that information to their customers and third parties. The fact that they can usually means that, they do. Therefore, Decentraleyes mounts itself between you and the CDN. When firefox fires a request for some CDN-hosted file, Decentraleyes will answer instead of the CDN for most of the content (styles and javascript) and it’ll reply with a file that it already stored on disk. The CDN won’t notice any of these requests.

I don’t care about cookies🔗 The EU demands every page that uses cookies to display a warning. The user is supposed to notice and click to accept cookies on that page. However, the other addon, Cookie Autodelete, deletes them anyway. So, you can use I don’t care about cookies to hide those distracting warnings. Sadly, this addon won’t delete flash cookies / LFOs. At least you can prevent flash apps from creating LFOs if you reconfigure your flash installation manually.

Link Cleaner🔗 Similar to how CDNs maintain a record of file accesses, site hosters themselves like to track the user. One way is to alter links in a way that a hoster’s server is accessed before firefox is redirected to the actual link. Often those alternate links are built by prefixing a different domain. If you would remove that, you could directly access the external link and avoid that the hoster can keep a record. Link Cleaner does exactly that.

HTTPS Everywhere🔗 Usually, HTTP is unsecured as in unencrypted. If somebody would want to read what you type on facebook, they could simply spy a bit on your local area network and see. No matter how strong your facebook password is. Luckily major platforms such as facebook already use HTTPS by default. But you can easily prepair for unpopular sites, too. With HTTPS Everywhere.

Page Screenshot. 🔗 Take full screenshots. No need to scroll manually. Firefox 57 comes with it’s own screenshoter, however Mozilla decided to host any picture you take with it on a central server. As an attentive user, this usually means that they’ll track and sell these. Edit: NO NEED. You can save your screenshots without any upload.

uBlock Origin. 🔗 Blocks ads and popups.

I’m still looking for a few more replacements for my old set of add-ons. Also, I still miss completely new privacy add-ons. For example, one add-on could simply block auto fill in login screens such that Facebook won’t be able to guess who I am.

Update: Firefox will soon clean links by default.

Solved: How to install newest quodlibet on Debian

# install required packages for adding PPAs
sudo apt-get install software-properties-common python-software-properties

# add PPA
sudo add-apt-repository ppa:lazka/dumpingplace

# register lazka's key "Lauchpad stable"
sudo apt-key adv --recv-keys --keyserver keyserver.ubuntu.com 026382005806C7C4

# finally install quodlibet
sudo apt-get update && sudo apt-get install quodlibet

Screenshot_20170909_173719.png

It’s a mighty, extendible, GPLv2 music player for linux, windows and mac. Please take a look and give it a try!